
Experimentelle elektronische Musik
StromWandlungSchall 5
12.09.2026 Mosbach
STROMWANDLUNGSCHALL ist ein Ort der experimentellen elektronischen Musik und ein Raum für produktive Begegnungen mit einer Kunstform, die ihre Nischen abseits großer Bühnen, Charts und der Unterhaltungsindustrie sucht.
Der freie Gedanke von STROMWANDLUNGSCHALL zeigt sich in diesem Jahr in einer Auswahl von Künstlerinnen und Künstlern, die ihre ganz eigenen Wege gehen – sei es durch klangelektronische Improvisationen, experimentelle Kompositionen oder die Verbindung analoger, digitaler und performativer Prozesse.
Die fünfte Ausgabe des Soundevents STROMWANDLUNGSCHALL
findet am Samstag, den 12. September 2026 im Alten Schlachthaus Mosbach statt.
Konzertbeginn 20.00 Uhr
Eintritt 5,00 Euro
Veranstaltungsdauer inkl. Pause ca. 100 Minuten.
Der Veranstaltungsraum ist bestuhlt, freie Platzwahl.
Dong Zhou: Found Violin x Aromantic Hobby

Found Violin ist ein Improvisationssystem, das die Violine als eines von vielen Klangobjekten betrachtet. Seit Ende 2024 entwickelt Dong Zhou eine Serie von tragbaren MIDI-Controllern unter dem Titel Aromantic Hobby. Nach einigen Prototypen hat der aktuelle Controller eine hasenförmige Erscheinung und überträgt drahtlos kinetische Daten vom Träger, um einen chaotischen Synthesizer zu steuern. Mit Found Violin, das mit dem Oberkörper gespielt wird und Aromantic Hobby am Unterkörper, spielt die Musikerin ein Duo mit sich selbst.
>> www.dongzhou.live
Photo: Dong Zhou © Tong Khanh Ha
Thomas Breuer & Thomas Huy
Thomas Breuer ist ein experimentell arbeitender elektronischer Musiker und Künstler. Er studierte Bildende Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Jannis Kounellis sowie Kunstwissenschaft und Medientheorie an der HFG Karlsruhe. Er arbeitet vorrangig mit modularen Synthesizern, insbesondere dem SERGE-System sowie selbstgebauten Resonanzkörpern. Sein vom (kalkulierten) Zufall gesteuertes Klangwerk entsteht im Studio, im Ausstellungskontext sowie Live-Performances.
>> www.studio-breuer.de
Photo: Thomas Breuer aka vactrolog ©SofiaGreff

Thomas Huy studierte an der Hochschule für Musik Köln (HfMT) bei Prof. Thomas Piffka. Er singt Bass- und Bassbariton-Repertoire an verschiedenen Bühnen und Opernhäusern und arbeitet in konzeptionellen Inszenierungen zwischen Performance-Art und Musiktheater. Thomas Huys Beschäftigung mit dem Kunstlied führte u.a. zu der aktuellen Kooperation der beiden Künstler, basierend auf Gesang und Live-Elektronik. Durch simultane KI Generierung des Textmaterials ist der Vortrag eine improvisatorische Herausforderung für beide Akteure. An die Seite des fein nuancierten Liedervortrags tritt der subtil generierte elektronische Sound in seiner klanglichen Modulationsbreite, mal flächig schwebend, perkusiv oder in geräuschhaften Clustern verfließend. Ausgehend von ihrem synthetischen bzw. konzeptuellem Material begeben sich die beiden Interpreten auf einen Weg ins Ungewisse, allein geleitet durch ihre eigene künstlerische Emotionalität, Inspiration und Spontaneität.
Photo: Thomas Huy ©Michael Quack

Jens Rosenfeld / Circuitnoise
Circuitnoise aka Jens Rosenfeld erkundet das weite Feld der zufälligen Störsignale durch elektronische Geräte. Mathematische und physikalische Zufällen und Entscheidungsverhalten von komplexen Systemen beeinflussen die Soundgenerierung. Musikalisch bewegt das Projekt sich zwischen Noise, Sound Art und Live-Elektronik. Musik und Elektronik sind seit Jahrzehnten eng miteinander verflochten. Die Verwendung von Elektronik im frühen elektronischen Musizieren brachte das Problem des Schaltkreisrauschens mit sich, sodass die Qualität und Genauigkeit des erzeugten Klangs beeinträchtigt wurde. Dieser wird durch eine Reihe von Faktoren verursacht, wie z. B. elektromagnetische Interferenz von anderen Geräten oder Komponenten in der Schaltung, thermisches Rauschen, das von den Komponenten selbst erzeugt wird, oder elektrisches Rauschen von Stromquellen oder anderen Umgebungsfaktoren. Diese Schaltungsrauschen können eine Reihe von Problemen oder erwünschten Effekten verursachen, einschließlich Signalverzerrung, verringertem Signal Rausch-Verhältnis und sogar vollständigem Ausfall der Schaltung. Das Ziel des Circuitnoise Projekts ist es, dieses riesige Feld von Zufallsrauschen durch elektronische Geräte zu entdecken. Geräusche sind ein wesentliches Element seines Sounddesigns. Circuitnoise kreiert damit einzigartige Texturen und Klanglandschaften. Er verwendet es, um einem Sound Körnigkeit und Charakter zu verleihen oder um komplexe und vielschichtige Texturen zu erzeugen, die mit herkömmlichen Klangquellen nur schwer zu erreichen sind. Das Circuitnoise Projekt verwendet es in Verbindung mit anderen Klangquellen wie Synthesizern oder Feldaufnahmen, um eine reichhaltige und dynamische Klangpalette zu schaffen.
>> www.circuitnoise.de
Photo: © Brezenstudio München


Sibylle Pomorin

Nach ihrer klassischen Ausbildung (Flöte, Saxophon, Komposition) arbeitete Sibylle Pomorin vorwiegend im Bereich des Jazz, der Improvisierten Musik und komponiere seit 1994 hauptsächlich Kammermusik und elektroakustische Musik – auch in Mehrkanal-Technik. In letzter Zeit entstanden zudem etliche Musique concrète-, fixed media- und Hörstücke. Ihre Musik wurde auf internationalen Festivals für zeitgenössische Musik in Europa, Israel, Mexiko, Australien, Kanada, Japan, Georgien und den USA aufgeführt. Klanglandschaft/Soundscape Maa verbindet Alltagsgeräusche wie Schritte auf verschiedenem Untergrund, das Zerreißen von Papier, Streichholz anzünden, Tennisspielen, Händeklatschen und Ähnliches mit teils elektronisch verfremdeten Stimmsamples aus dem Archiv der Künstlerin, die ihr von der niederländischen Mezzosopranistin Jannie Pranger zur Verfügung gestellt wurden. Die bei SWS5 aufgeführte Komposition wurde von der internationalen Jury des SONIC PLANET-Wettbewerbs ausgewählt und auf der DEGEM CD 25 ‘Sonic Planet’ veröffentlicht. Die Uraufführung fand im Januar 2026 in Bern in der Schweiz statt.
>> www.sibylle-pomorin.de
Photo: © Sibylle Pomorin
